Absurd: FDP-Politiker macht Ministerin für Betriebs-Aus verantwortlich

09.11.2021

MAINZ. Zu den Äußerungen des FDP-Politikers Weber, die Bundeslandwirtschaftsministerin sei schuld an dem betriebswirtschaftlichen Aus seiner Schweinehaltung, erklärt der Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz, Jan Zimmer:

„Das ist schon bemerkenswert, dass ein FDP-Politiker meint, Bundesminister würden die Preise für seine Schweinehaltung machen oder gar noch einen Mindestpreis einführen. Sonst kann der Markt und der Wettbewerb nicht radikal genug sein für die FDP. Es ist mehr als billig, wenn Herr Weber, der mehr Zeit in der Politik als in seinem Betrieb verbringt, seine betriebswirtschaftlichen Probleme einer CDU-Bundesministerin in die Schuhe schieben will. Wer glaubt ihm das denn?

Dass das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration schuld am Niedergang seines Betriebes sein soll, ist auch eine interessante Blickweise. Will die FDP etwa die betäubungslose Kastration wieder zulassen? Wir halten das nicht vertretbar mit Blick auf den Tierschutz. SPD und Grüne der Ampel-Regierung in Rheinland-Pfalz übrigens auch nicht, die sich im Bundesrat für eine entsprechende Regelung immer ausgesprochen haben. Herr Weber scheint nicht ganz mit sich im Reinen zu sein, einmal stimmt er mit der Ampel in Mainz, die es den Landwirten immer schwerer macht, und das andere Mal beschwert er sich über die Bundespolitik, sie sei zu streng für die Landwirte, während die Ampel die Bundesregierung kritisiert, sie sei zu nachsichtig mit den Landwirten. Ein bisschen Schwangersein gibt es nicht, Herr Weber. Eines haben Sie übrigens vergessen: Frau Klöckner hat dafür gesorgt, dass die landwirtschaftliche Krankenkasse einen Zuschuss von über 80 Millionen Euro extra bekommt, damit im kommenden Jahr die Beiträge für die Landwirte nicht steigen, das spürt man direkt im Portemonnaie. Sie wahrscheinlich nicht, weil Ihr Gehalt als Abgeordneter gesichert ist. Aber etwas selbstkritisch mit Ihren eigenen betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten zuhause sollten Sie schon umgehen. Wir sind sehr gespannt, ob die FDP im Bund in der neuen Bundesregierung nun die betäubungslose Fekelkastration abschafft, die Sie für das Ende Ihrer Scheinehaltung verantwortlich machen!

Aber noch dreister werden die fadenscheinigen Behauptungen von Herrn Weber, wenn man weiß, dass er zur betäubungslosen Ferkelkastration einen Förderantrag gestellt hat für ein Narkosegerät in Höhe von mehreren Tausend Euro, den Frau Klöckners Mitarbeiter auch genehmigt haben. Stellt sich nun die Frage, ob Herr Weber das Geld zurückzahlt oder ob er das Gerät für die eigene Tasche verkauft. Es kann natürlich sein, dass er unter einem grünen Bundeslandwirtschaftsminister Hofreiter in der Ampelregierung gerne wieder Tierhaltung betreiben möchte, wir sind sehr gespannt. Herrn Webers Berufskollegen übrigens auch.“