Baldauf/Müller-Lietzkow: Digitale Bildung nur ganzheitlich umsetzbar

15.06.2015
Pressemitteilung

„Digitale Bildung ist das Schlagwort der Zeit in Industrie und Bundespolitik. Die Bildungshoheit liegt aber bei den Ländern. Wir brauchen hier einen Gesamtansatz, der  Lehrerbildung und Schulalltag einschließt.“ Das erklärt Christian Baldauf, stellvertretender CDU-Landesvorsitzender, nach der ersten Arbeitssitzung der neuen Kommission „Mensch 1.0 im digitalen Rheinland-Pfalz“.

Baldauf ist neben dem Paderborner Medienökonom Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow einer der beiden Vorsitzenden der Kommission. Zukunftsfähige Bildungspolitik war eines der Themen bei der ersten Kommissionssitzung. „Die Herausforderung reicht über einfache Forderungen nach „Programmieren als Fremdsprache“, „Medienkompetenz“ oder „Digitalkunde“ hinaus“, erläutert Baldauf.

Geeignete Lehr- und Lernmittel

Jörg Müller-Lietzkow führt dazu aus: "Die Lehrer sollen in einem Sonderprogramm an den Hochschulen des Landes die Möglichkeit erhalten, ihr Wissen in diesen Feldern zu erweitern. Es reicht aber offenkundig nicht, nur die Multiplikatoren fit zu machen. Wir brauchen auch geeignete Lehr- und Lernmittel und angepasste und modernisierte Lehrpläne.“ Nur so ließen sich die Chancen der digitalen Bildung nutzen. Einzelakzente hält der Wissenschaftler für nicht ausreichend.

Er präzisiert: "Es geht eben nicht nur darum, in den Schulen weitere Smart-Boards zu installieren oder neue Computer anzuschaffen. Viel wichtiger sind eine breitbandige Netzanbindung, interaktive, medienpädagogisch zukunftsfähige Inhalte und natürlich die Integration neuen Wissens aus dem Feld der Digitalisierung.“

Dieses Wissen müsse alterstufengerecht in die Schulausbildung einfließen. Der Medienökonom weiter: „Erst wenn die Lehrenden sowohl das Wissen als auch die notwendigen Instrumente haben, kann gewährleistet werden, dass die Lernenden tatsächlich von der viel proklamierten digitalen Bildung profitieren können."

Schüler und Lehrer fit machen für die Herausforderungen

Christian Baldauf rundet ab: "Es geht um nicht weniger als ein grundlegendes Hinterfragen der bestehenden Lehr-Lern-Systeme im Schulalltag. Nur so werden Schüler und Lehrer fit für die Herausforderungen im Zeitalter der Digitalisierung.“

Daher lehnt Baldauf ab, dass in der Fort- und Weiterbildung von Lehrern künftig ein einseitiger Schwerpunkt auf das Thema Inklusion gelegt werden soll. Das sieht ein aktueller Gesetzentwurf der rot-grünen Landesregierung vor. „Da dem Entwurf nach keine Mehrausgaben geplant sind, würde das Thema Digitalisierung unweigerlich zurückgedrängt. Das ist nicht zu verantworten“, warnt der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende.

In der Kommission „Mensch 1.0 im digitalen Rheinland-Pfalz“ arbeiten Wissenschaftler, Fachleute aus der Wirtschaft und Fachpolitiker zusammen. Die Kommission steht außerhalb der Partei, erarbeitet aber Vorschläge, die in die programmatische Arbeit der Landes-CDU einfließen.

(Nr. 077/2015 - 15.06.2015)