Dr. Christoph Gensch: Der große Kita-Schwindel

10.04.2019
Pressemitteilung

Neuer Entwurf für Kita-Gesetz ohne Bezug zur Kita-Realität.

„Der erste Hubig-Entwurf der Kita-Novelle war ein Reinfall. Erzieherinnen und Erzieher sowie Eltern im Land liefen Sturm dagegen“, resümiert der Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz, Dr. Christoph Gensch MdL, und ergänzt: „Die jetzt vorgestellte Nachbesserung hält auch nicht das, was sie verspricht.“

Der neue Entwurf zum Kita-Gesetz geht weiter an der Kita-Wirklichkeit im Land vorbei.

„Tagtäglich leisten Erzieherinnen und Erzieher wichtige Arbeit an unseren Kindern. Doch viele Erzieherinnen und Erzieher arbeiten längst am Limit. Ihnen fehlt die nötige Zeit, um auf unsere Kinder individuell einzugehen und sie zu fördern, da sich Einrichtungen mit immer mehr Aufgaben und Auflagen konfrontiert sehen. Das ist die Realität, aber eben diese Realität lässt der neue Entwurf zum Kita-Gesetz außer Acht.“

Die SPD-geführte Landesregierung weiß nicht was in rheinland-pfälzischen Kitas los ist.

„Das neue Hubig-Gesetz besagt, dass es keinen Unterschied macht, ob Zweijährige oder Sechsjährige in der Kita betreut werden. Dabei kann sich jeder vorstellen, dass Zweijährige mehr Aufmerksamkeit benötigen als Sechsjährige. Allein das Wickeln von Zweijährigen nimmt massiv Zeit in Anspruch. Diesen fundamentalen Unterschied verleugnet das Gesetz, in dem es alle zwei- bis sechs-jährigen Kinder gleich behandelt."

Erzieherinnen und Erzieher fühlen sich nicht wertgeschätzt.

Dr. Christoph Gensch MdL erklärt weiter: „Die Belastungsgrenze unserer Erzieherinnen und Erzieher ist erreicht, doch der jetzt vorgeschlagene Rechtsanspruch auf eine durchgängige Sieben-Stunden-Betreuung bedeutet nochmal einen deutlichen Mehraufwand für die Beschäftigten. Im Umkehrschluss haben die Erzieherinnen und Erzieher noch weniger Zeit für die Arbeit am Kind. Der Personalschlüssel von 0,1 Stellen pro Kind wird in vielen Kitas dafür sorgen, dass weniger Personal zur Verfügung steht als heute.“

Finanzielle Nachbesserung ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

„Mit bunten Flyern versuchen Ministerpräsidentin Dreyer und Bildungsministerin Hubig die schlechte Nachbesserung der Kita-Novelle zu verkaufen. Angeblich bringe der neue Hubig-Entwurf einen finanziellen Mehrwert mit sich – von 18 Millionen Euro ist die Rede. Eine Milchmädchenrechnung, denn wenn man 18 Millionen Euro durch rund 2600 Kitas teilt, bleiben pro Kita weniger als 7000 Euro übrig. Ein Tropfen auf den heißen Stein, der weder den Erzieherinnen und Erziehern noch unseren Kindern hilft.“