Fehlt Geld für französische Sprachförderung in den Kitas?

31.05.2021

MAINZ /TRIER: Am 1. Juli tritt in Rheinland-Pfalz das sogenannte Kita-Zukunftsgesetz in Kraft. Damit endet auch das Programm „Lerne die Sprache des Nachbarn“, das seit 1986 lief. Aus diesem wurden französische Sprachkräfte in grenznahen Regionen finanziert. Nun soll die Sprachförderung aus dem sogenannten „Sozialraumbudget“ finanziert werden. Nach Angaben von Kritikern reicht das Geld aber nicht; es steht zudem in Konkurrenz zu anderen Förderungen. Das kritisieren CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner und der Trier-Saarburger Landrat und stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Günther Schartz.

Julia Klöckner: „Die rheinland-pfälzische Landesregierung lobt in Sonntagsreden den Wert der deutsch-französischen Freundschaft. Im Ampel-Koalitionsvertrag versprechen SPD, FDP und Grüne im Kapitel ‚Europäische Bildungsarbeit‘, sich ‚weiterhin für die Förderung des Sprachunterrichts und der Sprachkenntnisse einzusetzen‘. Die Realität sieht wieder einmal anders aus. So wird das landeseigene Programm ‚Lerne die Sprache des Nachbarn“ beendet und die Mittel mit dem neuen Kita-Gesetz zum 1. Juli in das neue Sozialraumbudget überführt. Die Spracharbeit steht künftig in Konkurrenz zu anderer wichtiger Sozialarbeit. Damit gibt das Land Rheinland-Pfalz eine wichtige Steuerungsfunktion in seiner europäischen Kulturpolitik auf. Wir fordern: Das Programm für Sprachförderung in deutsch-französischen Kitas muss eigenständig sein und exklusive Mittel erhalten! Ansonsten bleiben die Beteuerungen der deutsch-französischen Partnerschaft nur bloße Lippenbekenntnisse.“

Günther Schartz: „Mit der Reform der Sprachförderung sollen nun die kommunalen Träger die Spracharbeit fördern. Für den Landkreis Trier-Saarburg bedeutet dies, dass wir über das neue Budget rund 40 Sprachförderkräfte fördern – Geld, das für andere soziale Projekte dann nicht mehr genutzt werden kann. Bei diesem Sozialraumbudget handelt es sich ganz klar um eine riesige Mogelpackung!  Die Verteilung dieses Sozialraumbudgets auf das komplette Land über den Verteilungsschlüssel bemisst sich zu 40 Prozent. nach dem Anteil der Kinder unter sieben Jahren und zu 60 Prozent nach dem Anteil der Empfänger von Leistungen nach SGB II unter sieben Jahren. Hier können Finanzierungslücken entstehen, da dem demographisch-sozialen Bedarf Rechnung getragen wird, aber nicht dem Bedarf der Sprachförderung.  Es ist nicht nachvollziehbar, warum nicht wenigstens die Grenznähe der Landkreise berücksichtigt wird. Ich fordere ein eigenes Förderprogramm!“