„Frauen müssen sich weltweit stärker vernetzen“

07.03.2020

„Die Chancengerechtigkeit zwischen Mann und Frau bleibt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung“, sagt die CDU-Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende Julia Klöckner anlässlich des Internationalen Frauentags am Sonntag, 8. März.

Ihre Generation sei dankbar für die Vorarbeit vieler Männer und Frauen, die erkämpft hätten, was heute selbstverständlich sei. „Gleichberechtigung von Mann und Frau gilt für alle in unserem Land lebenden Menschen, unabhängig davon, wo sie herkommen.“ Klöckner weiter: „Frauen, die in patriarchalisch geprägten Familien aufwachsen, nicht selbstbestimmt in Deutschland leben dürfen und sich von Männern gemachten Kleiderordnungen beugen müssen bis hin zur Vollverschleierung, verdienen unsere Solidarität und nicht unsere Ignoranz, die gerne mit Toleranz verwechselt wird.“

Klöckner ist ehrenamtliches Kuratoriumsmitglied beim Kinderhilfswerk Plan International, das sich auch für die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen weltweit einsetzt.

„Wir müssen uns noch besser vernetzen“, fordert die Mainzer CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der rheinland-pfälzischen Frauen Union (FU), Ursula Groden-Kranich. „Die hervorragenden Projekte und Initiativen, mit denen weltweit Frauen und Mädchen gestärkt werden, sollten wir unbedingt fortsetzen. Aber wir könnten sie sehr viel stärker bekannt machen, uns darüber austauschen und so gegenseitig davon profitieren."

Momentan stünden bedauerlicherweise wegen des Coronavirus und diverser Krisenherde alle Zeichen auf Abschottung – so sei auch die UN-Frauenrechtskonferenz in New York abgesagt worden, an der Groden-Kranich ursprünglich teilnehmen wollte. Gerade deshalb sei die bessere Vernetzung ein entscheidender Motor für Frauenrechte weltweit. „Als Außenpolitikerin erfahre ich sowohl in Gesprächen mit internationalen Gästen als auch bei meinen Begegnungen vor Ort immer wieder von ausgezeichneten Projekten für das ‚Empowerment‘, also die Stärkung von Frauen und Mädchen durch Bildung, wirtschaftliche und rechtliche Eigenständigkeit - sei es durch Programme unseres Entwicklungshilfeministers Gerd Müller, sei es durch kirchliche oder privatwirtschaftliche Initiativen. Bei allen noch vorhandenen Missständen machen mir solche Beispiele doch Mut."

Oftmals fänden die Projekte jedoch zu isoliert statt. Zwischen den verschiedenen Akteuren der Entwicklungshilfe untereinander und mit den örtlichen Institutionen gebe es mitunter erschreckend wenig Austausch. Dabei müsse das Rad nicht immer neu erfunden werden. Bildung und Aufklärung von Mädchen sei wichtig, denn diese würden als Mütter die zukünftigen Mädchen und Jungen erziehen. Groden-Kranich wünscht sich mehr Vernetzung, Austausch und Kooperation, sowohl ganz praktisch vor Ort als auch durch Berichte und Erfahrungsaustausch via moderne Medien: „Teilhabe kommt manchmal tatsächlich ganz simpel dadurch zustande, dass jemand etwas mitteilt.“