Julia Klöckner: „Nur wer aus der Geschichte lernt, ist aufmerksam für die Zukunft“

08.05.2015
Pressemitteilung

Zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa erklärt die Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz und stellv. Bundesvorsitzende der CDU, Julia Klöckner MdL:

„Je weiter die  Schrecken in der Vergangenheit liegen, umso größer ist die Gefahr der Relativierung, des Vergessens. Gedenktage, wie 70 Jahre Kriegsende, sind wichtig, um der Geschichte Raum zu geben.

Nur wer aus den Schrecken der Geschichte lernt, der ist wach- und aufmerksam für eine bessere Zukunft. Am 8. Mai 1945 endete das tragischste Kapitel der Geschichte Deutschlands und Europas.

Das unermessliche Leid und die Gräuel, die der von Deutschland ausgehende Krieg über Millionen brachte, dürfen nicht verblassen und müssen immer wieder Mahnung und Abschreckung sein.

Tag der Befreiung und Tag der Erinnerung

Vor 30 Jahren stellte Richard von Weizsäcker fest: ‚Der 8. Mai ist ein Tag der Befreiung und ein Tag der Erinnerung.‘ Recht hatte der Bundespräsident. Es waren klug gewählte Worte, auch wenn die Jahre nach der Befreiung keine leichten waren.

Befreiung vom Terror des menschenverachtenden, nationalsozialistischen Systems, vor allem aber das Gedenken an die, die unermesslich gelitten  und ihr Leben gelassen haben  – das ist eine Verpflichtung, die selbstverständlich ist und bleibt.

Gerade dieser Tage gedenken wir der 60 Millionen Menschen, die  dem nationalsozialistischen Irrsinn zum Opfer gefallen sind. Wir gedenken der Opfer des Holocausts, all der Opfer des Nationalsozialismus, die in deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern systematisch ermordet wurden.

Verfolgt und ermordet – weil sie anders lebten und liebten, anders dachten, anders aussahen, anders glaubten, als es die Nationalsozialisten wollten.

Lehren aus dem Grauen weitergeben

Es ist Aufgabe auch nachfolgender Generationen, die Erinnerung an dieses Grauen zu erhalten und die Lehren daraus weiterzugeben. Aus diesem Wissen erwächst für Deutschland eine Verantwortung für den Frieden in Europa und der Welt.

Frieden, Freiheit, Gleichberechtigung, Toleranz und Wohlstand sind keinesfalls selbstverständlich. Wir haben heute das große Glück, von Freunden umgeben zu sein, die Deutschland vergeben und in die nachbarschaftliche Gemeinschaft aufgenommen haben.

Das gilt gerade auch mit Blick auf unsere rheinland-pfälzischen Nachbarländer. Der Blick auf die USA sollte - bei allen Alltagsauseinandersetzungen - geprägt sein von der Erinnerung an die große Unterstützung in den Aufbaujahren Deutschlands.

Keine Abstufungen im Wert des Lebens

Auch heute noch gibt es Entwicklungen, die Sorge bereiten. Es darf keine Abstufungen im Wert menschlichen Lebens geben.

Antisemitismus, Rassismus, Homophobie, Fundamentalismus und Abwertung von Frauen gibt es nach wie vor in unserer Gesellschaft. Kein schleichendes Ausbreiten lassen, sondern entschieden entgegenzutreten, ist von uns allen gefragt!“, so Julia Klöckner.