Klöckner: "Kein Kompromiss, sondern eine längst überfällige Klarstellung"

17.08.2016
Pressemitteilung

Julia Klöckner äußert sich zur Debatte um die Vollverschleierung.

Julia Klöckner: „Dass die Vollverschleierung bei Behördengängen und beim Autofahren verboten gehört, ist eine Selbstverständlichkeit. Wir dulden ja auch nicht, wenn jemand mit Motorradhelm auf dem Kopf in die Bank geht oder jemand mit einer Maske über dem Gesicht Auto fährt. Gerade beim Autofahren an Kreuzungen und Kreiseln, wo der Blickkontakt untereinander zur Verständigung wichtig ist, ist doch das offene Gesicht eine Selbstverständlichkeit – ganz abgesehen davon, dass man bei Verkehrsvergehen die Identität zuordnen können muss wie bei einem Blitzerbild bei Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Diese Selbstverständlichkeit ist kein Kompromiss, sondern eine längst überfällige Klarstellung.

Ich lehne die Vollverschleierung nicht primär aus Sicherheitsgründen ab, sondern aufgrund des dahinterstehenden, abwertenden Frauenbildes und dem gravierenden Integrationshemmnis. Und wenn die Vollverschleierung nachgewiesenermaßen beides ist, dann gilt das auch außerhalb des Autos und außerhalb der Behörde, dann gilt das auch auf der Straße. Frauenrechte und Gleichberechtigung haben nichts mit Türeingängen von Behörden oder Windschutzscheiben von Autos zu tun, sondern mit dem Leben im Allgemeinen. Und dazu gehört auch die Straße und das öffentliche Leben.“

Julia Klöckner begrüßt aber, dass nach langen, nicht nachvollziehbaren Weigerungen über ein Vollverschleierungsverbot nachzudenken, langsam Bewegung in die Diskussion kommt – und „zwar in die richtige Richtung“.