Menschen das Sehen schenken – Koblenzer Benefizprojekt „Brillen Weltweit“

05.10.2017
Pressemitteilung

Julia Klöckner ist Schirmherrin und eröffnet die Veranstaltung.

Es wurde geputzt, geschraubt und sortiert. Wenn man die Räume des Koblenzer Benefizprojekts „Brillen Weltweit“ betrat, spürte man sofort, dass dort etwas Großes entsteht – die längste Brillenschlange der Welt, die nun, am 7. Oktober ab 11 Uhr, auf der Festung Ehrenbreitstein präsentiert wird. Und das nicht ohne Grund, sondern um Menschen weltweit das Sehen zu schenken. Projektpatin ist Julia Klöckner, die Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz. Sie kommt zum Weltrekordversuch nach Koblenz auf die Festung Ehrenbreitstein, um dem Benefizprojekt die Daumen zu drücken. Übrigens: zwei ihrer alten Brillen hat Julia Klöckner zur Verfügung gestellt.

Die Aktion hat eine lange Geschichte: Vor über 40 Jahren hat der Koblenzer Apotheker Dr. Klaus Stephan Kiefer „Brillen Weltweit“ gegründet. Über zwei Millionen Brillen wurden in dieser Zeit gesammelt und konnten Sehbehinderten auf der ganzen Welt kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Zahlen sprechen für sich: Nur 3 % aller alten Brillen werden recycelt, die restlichen 97% landen in der Restmülltonne. Gleichzeitig haben Millionen von Menschen weltweit kein Geld, sich ausreichend zu ernähren. Für eine dringend benötigte Brille, ist erst recht kein Geld vorhanden. Im Sinne des Gründers wird die Aktion heute von Johannes Klein und Augenoptikermeister Carlo Wagner weitergeführt. Mehr als 420 000 alte Brillen wurden allein im vergangenen Jahr in Koblenz abgegeben, um neu aufbereitet zu werden.

Innerhalb der Aktion wird das Brillenprojekt von der Firma BEST gGmbH begleitet. Als anerkanntes Integrationsunternehmen ist es die Schnittstelle zur Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Diese Kooperation macht es möglich, für die Mitarbeiter des Brillenprojektes individuelle Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie Arbeitsgelegenheiten und somit eine aktive Wiedereingliederung in komplexe Arbeitsprozesse zu schaffen. 32 Männer und Frauen sind derzeit ausschließlich mit der Aufarbeitung von gebrauchten Brillen beschäftiget und erhalten so gleichzeitig die Möglichkeit eines strukturierten Tagesablaufs.

„Die gespendeten Brillen werden auf ihre Qualität geprüft, gereinigt, vermessen mit Brillenpass versehen, erfasst und versandfertig verpackt“, so Projektpatin Klöckner. Es werden ausschließlich Sehhilfen erster Wahl an Non-Profit Organisationen weltweit kostenlos abgegeben. 15 Projekte werden derzeit betreut. Um die Aktion noch bekannter zu machen, wird derzeit daran gearbeitet, den noch in Japan liegenden Guinnessrekord der längsten Brillenschlange zu knacken. Diese misst 2 013 Meter. Die Koblenzer Brillenschlange, eine Brillenkette, aus ca. 23 000 Brillen, die mit Kabelbinder aneinander gekettet sind, wird eine Länge von 2 500 bis 3 000 Meter haben.

Projektpatin Julia Klöckner wird die Veranstaltung auf der Festung Ehrenbreitstein am 7. Oktober persönlich eröffnen. „Mich hat das Engagement der Mitarbeiter und Ehrenamtlichen tief beeindruckt. Die meisten von uns haben sicherlich die ein oder andere alte Brille in der Schublade. Da gehört sie aber nicht hin, denn sie kann einem anderen Menschen auf der Welt das Augenlicht schenken. Eine tolle Sache, die ich gerne unterstütze“, so Julia Klöckner. Nach Ende der Veranstaltung werden die Brillen weiterverarbeitet und machen sich auf den Weg zu Bedürftigen weltweit. Neben alten Brillen freuen sich die Macher auch über Geldspenden, um die Kosten für die Fracht zu den Bedürftigen zu bezahlen: ca. 1,35 Euro kostet der Transport einer jeden Brille.

Weitere Infos über „Brillen Weltweit“ und das Spendenkonto findet man unter www.brillensammelaktion.de.

Im Anschluss an den Weltrekordversuch auf der Festung Ehrenbreitstein besucht die Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz einen Wahlkampfstand des OB-Kandidaten Bert Flöck in der Koblenzer Innenstadt (Am Löhrrondell – Löhrstraße/Ecke Schloßstraße). Mit dabei auch der neue CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster.