Umwelt: Christian Baldauf stellt Praktikerteam vor

16.11.2020

MAINZ. Miteinander, nicht gegeneinander: CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf möchte die verschiedenen Akteure aus Landwirtschaft, Naturschutz, Industrie und Forsten an einen Tisch bringen. Am Montag stellte Baldauf sein „Praktikerteam“ für den Bereich Umwelt, Landwirtschaft, Weinbau und Wald vor. Es wird von Michael Rademacher, Professor für Biodiversität und Ökologie, angeführt.

Baldauf: „Uns geht es um ein Miteinander, nicht Gegeneinander aller Akteure. Landwirtschaft und Weinbau, Industrie, Umwelt-, Klima- und Naturschutz gehören für uns gleichberechtigt an einen Tisch. Deshalb wollen wir Umwelt und Landwirtschaft wieder in einem Ministerium zusammenführen. Wir wollen Lagerbildung und altes Schwarz-Weiß-Denken überwinden. Deshalb möchte ich, dass in der Staatskanzlei künftig Ökologie, Ökonomie und Digitalisierung über eine neue Steuerungsstelle für Bioökonomie zusammengebunden werden.“

In den kommenden Wochen will Baldauf seine „Zukunftsagenda Rheinland-Pfalz“ auf verschiedenen Themengebieten vorstellen. Dazu werden sich jeweils Praktikerteams bilden, die den Spitzenkandidaten im Programmprozess unterstützen. Entgegen früherer Jahre stellt die CDU damit kein Kompetenzteam für die Landtagswahl auf. Baldauf: „In den Praktikerteams bringen Menschen ihren Sachverstand ein, die mitten in ihren Berufen stehen, mitten im Leben.“
Und weiter: „Ich bin froh, renommierte und praxiserfahrene Expertinnen und Experten für mein Team ‚Umwelt, Landwirtschaft, Weinbau und Wald‘ benennen zu können. Mit Michael Rademacher, Professor für Biodiversität und Ökologie an der Technischen Hochschule Bingen, wird ein sehr profilierter Wissenschaftler das Praktikerteam anführen. Die Junglandwirtin Magdalena Zelder aus Wittlich und die landwirtschaftliche Unternehmerin und Präsidentin des Landfrauenverbands Rheinland-Nassau, Rita Lanius-Heck aus Oberwesel, bringen ihre Erfahrungen aus dem Agrarbereich ein. Joachim Rodenkirch ist Bürgermeister in Wittlich und war zuvor zwei Jahrzehnte lang Forstbeamter.“

Baldauf und sein neues Team präsentierten die Zukunftsagenda Umwelt, Landwirtschaft, Weinbau und Wald (siehe Anhang). Unter anderem setzt sich die CDU für mehr interdisziplinäre Ausbildungs- und Studiengänge im Bereich Umwelt-, Klimaschutz und Landwirtschaft ein. Das Höfesterben soll gestoppt werden. In dem Papier heißt es, Landwirte und Winzer müssten als Unternehmer auskömmlich wirtschaften können. „Betriebe, die sich für die Erhaltung unserer Kulturlandschaft und die Förderung der biologischen Vielfalt einsetzen, sind angemessen zu entlohnen. Sie müssen sich darauf verlassen können, für ökologisches Engagement und dem damit verbundenen Mehraufwand bezahlt zu werden.“

Waldpolitisch setzt sich die CDU für einen klimastabilen Ausbau des Waldes und eine Aufwertung des Landeswaldausschusses zu einem Lenkungs- und Krisenstab ein. Das Personal in Forstämtern und Waldforschung soll aufgestockt werden. Die Christdemokraten streben einen Paradigmenwechsel an: „Die Einführung einer Flächenprämie für die CO2-Speicherleistung ist ein wichtiger Schritt, um den Waldumbau zu finanzieren und eine Wertschöpfung weiterhin zu gewährleisten“, heißt es in der „waldpolitischen Agenda“. Auch soll im Wald zusätzlich zur Klimaschutz-Flächenprämie ein attraktives Angebot für den Vertragsnaturschutz eingeführt werden, das sich an der Landwirtschaft orientiert.